02.07.08 - WANDERTAG - Während am vergangenen Donnerstagabend im Fuldaer Schlosstheater die offizielle Eröffnungsfeier zum 108. Deutschen Wandertag vorgenommen wurde, sang und feierten die Wandertagesteilnehmer auch in Oberelsbach. In einem Heimatabend präsentierte sich die Rhön mit einer bunten Vielfalt an kulturellen Beiträgen. Natürlich rankte sich alles um das Wandern und die damit verbundenen Naturgenüsse in der Rhön. Während die Besucher und Gäste eintrafen, unterhielt die Trachtenkapelle Oberelsbach mit zünftiger Blasmusik. Der Kulturwart des Rhönklub Saalegau Ernst Helwig freute sich unter den Gäste auch den Gauvorsitzenden Berthold Braun und Bürgermeisterin Birgit Erb begrüßen zu können.
"Dank des Rhönklubs ist die Rhön Wanderwelt Nr. 1"
Stolz trat die Bürgermeisterin ans Rednerpult, stolz darüber, dass Oberelsbach für einen Heimatabend im Rahmen des Deutschen Wandertages ausgesucht wurde. Sie zollte dem Rhönklub ihre Anerkennung und ihren Respekt nicht nur für die Ausrichtung des 108. Deutschen Wandertages sondern für die Arbeit insgesamt. Ohne den Rhönklub und seine Zweigvereine wäre die Ausweisung des Premiumwanderweges „Hochrhöner“ mit seinen Extratouren nicht möglich gewesen. „Dank des Rhönklubs kann die Rhön das Prädikat Wanderwelt Nr. 1 zu sein in Anspruch nehmen“, so Bürgermeisterin Erb in ihrer Ansprache.
"Heimat ist ein unverzichtbarer Teil des Lebens"
Heimatabend - sei dies "ein ideologisch belasteter Begriff, der nicht mehr in die moderne Zeit passe?", hinterfragte Erb und gab auch gleich selbst eine eindeutige Antwort. Für sie sei Heimat und damit auch ein Heimatabend ein unverzichtbarer Teil des Lebens. Jahrzehntelang sei es verpönt gewesen von Heimat zu sprechen, doch das habe sich gewandelt. Vor allem junge Menschen treten für Heimat ein und bekennen sich zu ihrer Region. Während Heimat früher eng mit dem Wohnort, dem Dialekt und dem Brauchtum verbunden gewesen sei, sei der Begriff Heimat heute weiter gefasst. Eine ganze Region wie die Rhön werde als Heimat empfunden, der Kultur- und Naturraum mit seinen kulturellen Möglichkeiten, Freizeitangeboten, Wohn- und Arbeitstätten sowie Bildungsmöglichkeiten sei heute Heimat. „Heimat kann da entstehen, wo sich der Einzelne wohlfühlt“, so Erb und dankte allen, die sich für den Erhalt der Kultur, des Brauchtums, der Tracht, des Liedguts und Dialekt einsetzen.
Vielfältiges Programm
Vor einem herrlichen Rhönpanorama mit der Wasserkuppe und dem Pferdskopf und dem Schriftzug „125 Jahre Wandern und mehr“ fanden die einzelnen Darbietungen statt. Mit strammen Schritten marschierte der Kirchenchor Unterelsbach auf die Bühne, sie hatten die Wanderschuhe geschnürt, den Rucksack auf dem Rücken und präsentierten Wanderlieder des verstorbenen Unterelsbacher Heimatdichters Albert Handwerker. Unter Leitung von Herbert Schlier sangen sie von der Schönheit der Rhön, der rauhen Luft und den weiten Feldern. „Rhönerland, grünes Band das uns alle umschlingt.“ Die Freude, die die Sänger ausstrahlten, sprang direkt auf das Publikum über. „Über Höhen lasst uns gehen, durch die herrliche Natur“, die Schönheiten der Rhön wurden besungen und so mancher im Publikum fiel in den Gesang mit ein. „Lieder die ins Herz gehen“, meinte dann auch Ernst Helwig, der als Moderator durch den Abend führte. Die Volkstanzgruppe des Rhönklub Zweigvereins Unterelsbach zeigte gleich im Anschluss drei Tänze, den „Graf von Luxemburg“, den „Schlamper“ und die „Sternpolka“. Helmut Handwerker spielte dazu auf der Ziehharmonika.
Junge Volkstänzer
Einstudiert haben die Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren die Tänze mit Susanne Klemm. Seit 2001 gibt es die Volkstanzgruppe des Unterelsbacher Rhönklubs, sie haben seither bei schon viele Auftritten für Begeisterung gesorgt. Gottfried Handwerker las aus dem Werk seines Vaters Albert Handwerker einige kleine Geschichten vor. Albert Handwerker gründete 1963 die Sing- und Trachtengruppe in Unterelsbach. Im Laufe der Jahrzehnte verfasste er viele Geschichten, Gedichte, Lieder und kleine Theaterstücke in denen er die Eigenart der urwüchsigen Rhöner Originale einfing. Seine Geschichten kommen direkt aus dem Leben, wurden selbst erlebt oder ihm erzählt.
Gedichte und Gesang
Albert Handwerkers größte Sorge war stets, ob die Geschichten und Gedichte auch nach ihm weiterleben. „Man könnte ihm keine größere Freude machen, als sein Geschichten weiter zuerzählen und seine Lieder zu singen“, sagte sein Sohn Gottfried Handwerker und berichtete unter anderem vom Osterlamm und der Kreuzbergbeichte. Mit „Frisch auf du Wandersmann“, „Ich sehe einen Wanderer“, „Mit Sing und Sang“ und „Mittendrin im deutschen Garten“, unterhielten im Anschluss die Rhönklubsänger aus dem Milzgrund (Irmelshausen-Höchheim). Für Abwechslung sorgten die „Gracy Dancers“ aus Bad Neustadt. Im Charleston-Stil brachten sie Glamour auf die Bühne. Einstudiert hat die Tänze mit den 14 Mädchen Anne Hergert. Im zweiten Teil des Programms präsentierten sie einen Rock`n Roll.
Engagiertes Publikum
Der Heimatabend lebte auch vom Engagement des Publikums. Gerne wurde mit geklatscht und mitgesungen. Mit Helmut Handwerker gab es einen eigenen Programmteil, der ausschließlich für das Publikum gedacht war. Lieder wie „Frisch auf“, das „Frankenlied“, das „Kreuzberglied“ und „Ich weiß basaltene Bergeshöhn“ durften da natürlich nicht fehlen. „So was von herrlich“, freute sich Kulturwart Ernst Helwig. Großen Anklang fanden auch die Mundartgedicht von Gabi Gröschel (Mühlbach). Mit Jazz unterhielt Ruth Eglmeier (Oberelsbach), nach der Pause trat außerdem der Rathgeberchor auf, Fritz Held erzählte Mundartgeschichten und schließlich konnten „Hermann und Hermine“ aus Karlstadt in Oberelsbach begrüßt werden.
Gerlinde HESSLER und Werner HOFMANN traten auf
Gerlinde Heßler und Werner Hofmann sind bekannt durch zahlreiche Fernsehauftritte wie Närrische Weinprobe, Kabarett aus Franken ,"zum Wohle" mit Gunther Emmerlich und natürlich die Kultsendung Fastnacht in Franken. Sie boten beim Heimatabend amüsante Unterhaltung, gespickt mit Witz, Charme und so manchem Nadelstich. Sie verstanden es, das Publikum in ihren Bann zu ziehen und gaben trockenen fränkischen Humor zum Besten.(me)+++ |